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Reizdarm 2


Synonyme:
Reizdarmsyndrom, RDS, Irritables Darmsyndrom, IDS, Irritable Bowel Syndrom, IBS, Reizkolon, nervöser Darm, Colon irritabile
Allgemeines
Bei einem Reizdarm handelt es sich um eine Funktionsstörung des Darmtraktes. Die Störung wird charakterisiert durch Bauchschmerzen und veränderte Stuhlgewohnheiten unter Ausschluss einer strukturellen oder biochemischen Ursache. Man kann zwischen einer durchfallbetonten Form, einer verstopfungsbetonten Form und einer schmerzbetonten Form des Reizdarms unterscheiden. Das Beschwerdebild ist sehr häufig und kann unbehandelt eine starke Reduktion der Lebensqualität verursachen.
Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) beträgt 10-20 % in westlichen Ländern bei einer deutlich höheren Lebenszeitprävalenz. Frauen erkranken circa zwei- bis dreimal mal häufiger als Männer.
Ursachen des Reizdarm
Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine gesteigerte Sensibilität im Darmtrakt und veränderte Darmmotilität. Psychische Faktoren, wie Stress und Depressionen, oder eine Infektion können einen Reizdarm verursachen. Bei einigen Betroffenen wurde auch eine Entzündung i Dünn- und Dickdarm festgestellt. Die fäkale Mikroflora kann bei Patienten mit Reizdarm ebenfalls verändert sein. Allerdings kann oft kein Auslöser dieser Erkrankung gefunden werden.
Symptome des Reizdarms
Je nach Form des Reizdarms kommt es vermehrt zu Durchfall oder Verstopfung. Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe werden oft im Unterbauch, besonders linksseitig, lokalisiert. Die Schmerzen sind kurzzeitig stechend, bei längerer Schmerzdauer dumpf. Blähungen und vermehrtes Völlegefühl sind ebenfalls häufige Symptome dieses Beschwerdebilds. Es kann auch zu weißen oder klaren Schleimbeimengungen im Stuhl kommen.
Meistens treten die Beschwerden nach dem Essen auf und bessern sich nach dem Stuhlgang.
Andere körperliche Krankheitszeichen, die mit dieser Erkrankung einhergehen können sind Brustschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Libidoverlust und häufiger Harndrang.
Diagnose des Reizdarms
Ein ausführliches Gespräch mit einem Facharzt ist, besonders zu Beginn der Abklärung, nötig. Um einen Reizdarm zu diagnostizieren müssen bestimmte Diagnosekriterien der Rom-II- Konsensus-Kriterien erfüllt werden.
Innerhalb der letzten 3 Monate mindestens 3 Tage pro Monat, die nicht in Folge sein müssen, abdominelle Schmerzen oder Unwohlsein mit zwei der drei Eigenschaften:
- Linderung durch Stuhlgang
- Beginn der Schmerzen verbunden mit einer Veränderung der Stuhlhäufigkeit
- Beginn der Schmerzen verbunden mit einer Veränderung der Stuhlkonsistenz
Nebenkriterien, die die Diagnose unterstützen, aber für sich keine Diagnose erlauben, sind:
- abnormale Stuhlhäufigkeit (z. B. mehr als 3 Stühle pro Tag oder weniger als 3 Stühle pro Woche)
- abnormale Stuhlkonsistenz
- abnormales Absetzen von Stuhl (z. B. starkes Pressen, imperativer Stuhldrang, Gefühl der unvollständigen Entleerung)
- schleimiger Stuhl
- Blähungen und Gefühl des Aufgeblähtseins
Um mögliche Ursachen festzustellen und andere Erkrankungen auszuschließen, sind meist diverse Labor- und Stuhluntersuchungen, Ultraschall und Magen- und Darmspiegelung vonnöten.
Behandlung des Reizdarmsyndroms



Oft kann die Behandlung des Reizdarms mittels angepasster Ernährung erfolgen. Es besteht die Möglichkeit bei der durchfallbetonten Form die Abfuhr hemmende Wirkstoffe einzunehmen. Bei der verstopfungsbetonten Form können Abführmittel eingesetzt und auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden. Gegen Schmerzen werden krampflösende Mittel verabreicht. Auch die Therapie mit Antidepressiva hat bei dem Reizdarm Erfolge gezeigt.
Pflanzliche Wirkstoffe & Probiotika
- Origanum vulgare wirkt krampflösend und entzündungshemmend und hat eine positive Wirkung bei Verdauungsproblemen.
- Pfefferminzöl
- Melissenblätter
- Probiotika (z.B. Milchsäurebakterien) zeigen in diversen Studien ihre Wirksamkeit bei dieser Erkrankung, jedoch sind der genaue Wirkmechanismus und das Ausmaß der Wirkung unbekannt.
Prognose
Das Reizdarmsyndrom ist eine chronisch rezidivierende Erkrankung, die durch wiederkehrende Symptome unterschiedlicher Schweregrade charakterisiert ist. Die Lebenserwartung wird durch diese Erkrankung nicht beeinflusst. Das Beschwerdebild erhöht auch nicht die Mortalität, das Risiko einer entzündlichen Darmerkrankung oder Krebs.
Quellen und Referenzen:
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