Leberzirrhose 2

Synonym:

Schrumpfleber

Definition

Leberzirrhose / Schrumpfleber

Die Leberzirrhose ist das Endstadium für eine Vielzahl von chronischen Lebererkrankungen. Der Begriff Zirrhose wurde von Laennec im Jahr 1826 eingeführt. Er wird von dem griechischen Begriff Scirrhus abgeleitet und wurde verwendet, um die orange oder gelbbraun verfärbte Oberfläche der Leber bei der Autopsie zu beschreiben. Eine Zirrhose entwickelt sich meist über Jahre, jedoch sind auch schnellere Verläufe möglich. Die Inzidenz (Anzahl der Neuerkrankungen) in den Industrieländern beträgt etwa 250 pro 100.000 Einwohner und Jahr. Das Verhältnis erkrankter Männer zu Frauen liegt bei 2:1.

Ursachen

Leberzirrhose / Schrumpfleber

Die häufigsten Ursachen für eine Leberzirrhose in den Industrieländern sind:

  • Hepatitis C
  • Alkoholische Lebererkrankung
  • Kryptogene Ursachen (ohne nachweisbare Ursache)
  • Hepatitis B
  • Fettleber-Hepatitis

Weitere mögliche Ursachen:

  • Autoimmunhepatitis:
    seltene, akute oder chronische Autoimmunerkrankung der Leber. Das eigene Immunsystem greift die Leberzellen an.
  • Primäre biliäre Zirrhose:
    seltene Autoimmunerkrankung der Leber. Sie beginnt an den kleinen Gallengängen, welche durch eine Entzündung zerstört werden. Im weiteren Verlauf kann die Entzündung auf die gesamte Leber übergreifen.
  • Sekundäre biliäre Zirrhose:
    eine Erkrankung der Leber, bei der es durch den chronischen Rückstau von Galle zu einer Schädigung der Leberzellen kommt.
  • Primär sklerosierende Cholangitis:
    chronische Entzündung der Gallenwege, welche zu einer Verengung der Gallengänge führt.
  • Hämochromatose:
    erhöhten Aufnahme von Eisen im oberen Dünndarm, wodurch es zu einer Schädigung der Organe durch die Eisenüberladung kommt.
  • Wilson-Krankheit:
    vererbte Erkrankung mit verstärkter Einlagerung von Kupfer in die Organe.
  • Alpha-1 Antitrypsin-Mangel:
    Alpha-1-Antitrypsin ist ein Bluteiweißstoff, der die Aktivität von eiweißabbauenden Enzymen hemmt. Auf diese Weise verhindert Alpha-1-Antitrypsin, dass diese Enzyme körpereigene Strukturen (Leber, Lunge) zerstören. Bei einem Mangel kommt es unter anderem zu einer Leberzirrhose.
  • Granulomatöse Erkrankungen (z.B. Sarkoidose)
  • Typ IV Glykogenspeicherkrankheit:
    Erbkrankheit mit Akkumulation von abnormem Glykogen in der Leber.
  • Medikamenten-induzierten Erkrankungen der Leber (z.B. Methotrexat, Amiodaron)
  • Venöse Obstruktion (z.B. Budd-Chiari-Syndrom)
  • Chronische Rechtsherzinsuffizienz
  • Trikuspidalinsuffizienz:
    Undichtigkeit der Trikuspidalklappe des Herzens.

Symptome

Die Symptome variieren je nach der zugrunde liegenden Ursache der Leberzirrhose. Zum Beispiel könnten Patienten im Endstadium einer Hepatitis C, Muskelschwund, Aszites (Bauchwassersucht), schwere hepatische Enzephalopathie (Funktionsstörung des Gehirns durch eine unzureichende Entgiftungsfunktion der Leber) und nur leichte Gelbsucht entwickeln.

Im Gegensatz dazu ist das Endstadium einer primär biliären Zirrhose oft durch starke Gelbsucht ohne Anzeichen von Muskelschwund gekennzeichnet. Viele Patienten mit Leberzirrhose klagen über Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Bewusstseinsstörungen und Muskelschwund. Sogenannte Leberhautzeichen der Zirrhose sind Gelbsucht, Spider Angiome (Gefäßspinnen), Hautatrophie ("Geldscheinhaut"), Palmar- und Plantarerythem (Rotfärbung der Handflächen und Sohlen), Juckreiz und einige andere.
Durch vermehrte Präsenz von Östrogenen bei dieser Erkrankung kommt es zu Gynäkomastie, Impotenz und Verlust der Achsel-und Schamhaare bei Männern und Frauen.
In der sogenannten Child-Pugh Score-Klassifikation werden mehrere Symptome und Laborparameter einbezogen (Bilirubin, Quick-Wert, Albumin, Enzephalopathie und Aszites) und ein Score errechnet. Die daraus resultierende Einteilung in die Stadien A bis C erlaubt eine Aussage über die Prognose der Erkrankung.

Diagnose

Um diese Krankheit zu diagnostizieren untersucht und befragt der Arzt den Patienten bezüglich der oben genannten Symptome. Im Rahmen einer Labordiagnostik fallen bei einer Zirrhose eine verminderte Syntheseleistung der Leber und veränderte Leberenzyme auf. Eine Untersuchung mittels Ultraschall kann weiter Aufschluss geben. Die definitive Diagnose wird durch eine Leberbiopsie gestellt.

Therapie

Die Therapie setzt sich aus Allgemeinmaßnahmen, wie das Weglassen lebertoxischer Substanzen (Alkohol, gewisse Medikamente), angepasste Ernährung und Ausgleich eines Vitaminmangels, sowie der Behandlung der Grunderkrankung zusammen. Mögliche Komplikationen werden mit speziellen Maßnahmen behandelt. Eine weitere Therapieoption bei gewissen Patienten ist die Lebertransplantation.

Pflanzliche Unterstützung

Die Mariendistel (Silymarin)

Die Mariendistel (Carduus marianus, Silybum marianum) wird bei diversen Lebererkrankungen, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und Vergiftungen durch den Grünen Knollenblätterpilz zur Unterstützung der Behandlung eingesetzt.

Prognose

Die Prognose hängt von der Grunderkrankung, dem Stadium (Child-Pugh Score), sowie von möglichen auftretenden Komplikationen ab.

Quellen

Renz-Polster, Krautzig, Braun; Basislehrbuch Innere Medizin; 2004 Elsevier
Herold; Innere Medizin 2011; 2011 Herold
Estler, Schmidt; Pharmakologie und Toxikologie; 2007 Schattauer Verlag
Saller R, Meier R, Brignoli R., The use of silymarin in the treatment of liver diseases., Drugs. 2001;61(14):2035-63.
Saller R, Brignoli R, Melzer J, Meier R., An updated systematic review with meta-analysis for the clinical evidence of silymarin, Forsch Komplementmed. 2008 Feb;15(1):9-20.

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