Amalgam
Synonyme
Plombe, Zahnamalgam, Amalgamfüllungen, Amalgamplombe, Füllungen, Quecksilberplombe, Quecksilberfüllung
Stoffbeschreibung
Ein Amalgam ist eine Legierung des Quecksilbers. Legierungen sind metallische Werkstoffe, die aus zwei oder mehr Metallen – und teilweise aus Nichtmetallen – bestehen. Viele Metalle sind in Quecksilber löslich, mit Ausnahme von Eisen und Platin. Dadurch existiert eine Vielzahl verschiedener Amalgame, die in chemischen Prozessen und technischen Anwendungen genutzt werden.
Zahnamalgam
Eine der bekanntesten Anwendungen ist das Zahnamalgam, das seit Beginn des 19. Jahrhunderts als Füllungsmaterial verwendet wird. Es ist leicht zu verarbeiten, kostengünstig und langlebig. Eine herkömmliche Legierung enthält etwa:
- 67 – 74 % Silber,
- 25 – 28 % Zinn,
- bis zu 6 % Kupfer,
- 2 % Zink und
- 3 % Quecksilber.
Zahnfüllungen aus Amalgam können gelegentlich lokale Reaktionen im Mundbereich hervorrufen, etwa allergische Irritationen oder harmlose Amalgamtätowierungen (graue Pigmentierungen der Schleimhaut).
Toxizität
Amalgamfüllungen geben in geringem Maße Quecksilber ab, das in den Körper gelangen kann. Zusammen mit der Aufnahme über die Nahrung kann dies zur Quecksilberbelastung beitragen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt, Amalgam bei Personen mit Nierenfunktionsstörungen sowie bei Schwangeren nicht anzuwenden. Bei Kindern sollte die Indikation sorgfältig abgewogen werden.
Auch bei der Entfernung von Amalgamfüllungen ist auf geeignete Schutzmaßnahmen zu achten, um eine zusätzliche Belastung durch freigesetzte Dämpfe oder Partikel zu vermeiden.
Bewertung und wissenschaftliche Diskussion
Zur Frage der Toxizität von Zahnamalgam existieren zahlreiche Studien, Fallberichte und Stellungnahmen. Während manche Untersuchungen eine Unbedenklichkeit bestätigen, sehen andere ein potenzielles Risiko für bestimmte Personengruppen. Die Interpretation ist umstritten, weshalb in Fachkreisen weiterhin unterschiedliche Empfehlungen bestehen.
Grundsätzlich sollte über die Notwendigkeit einer Füllung oder deren Entfernung immer individuell entschieden und zahnärztlich begleitet werden. Eine generelle Entfernung aus Vorsorgegründen wird derzeit nicht empfohlen.
Empfehlungen zur Amalgamentfernung
- Entfernung nur durch erfahrene Zahnärzte mit Schutzmaßnahmen (Kofferdam, Absaugung, Atemschutz).
- Vorherige ärztliche Abklärung bei bestehenden Erkrankungen, Schwangerschaft oder Stillzeit.
- Nachsorge mit ausgewogener Ernährung und ausreichender Versorgung mit Mikronährstoffen (z. B. Zink, Selen, B-Vitamine).
- Keine Eigenexperimente mit „Entgiftungsmitteln“ ohne medizinische Beratung.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Amalgam heute noch erlaubt?
Ja, aber mit Einschränkungen. Seit 2018 gelten EU-Regelungen, die den Einsatz bei Kindern, Schwangeren und Stillenden einschränken. Alternative Füllmaterialien wie Komposite werden zunehmend bevorzugt.
Wie viel Quecksilber wird aus Amalgam freigesetzt?
Sehr geringe Mengen können freigesetzt werden – vor allem beim Kauen oder Knirschen. Die Werte liegen meist unterhalb gesundheitlicher Grenzwerte, dennoch besteht bei empfindlichen Personen Diskussionsbedarf.
Wie kann ich nach der Entfernung unterstützen?
Eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse, Ballaststoffen und pflanzlichen Proteinen kann den Stoffwechsel fördern. Ergänzend kann Chlorella – wie in biofitt Chlorellsan – zur natürlichen Nährstoffversorgung beitragen.
Ist Amalgam gefährlich?
Bei intakten Füllungen besteht in der Regel kein unmittelbares Risiko. Kritisch sind unsachgemäße Entfernung oder zusätzliche Belastungsfaktoren. Eine individuelle ärztliche Einschätzung ist sinnvoll.
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